Roadtrip Portugal

Große Hotelkomplexe, drängelnde Menschen am Buffet und Leute,  die meinen, ihre Liege am Pool bereits vor dem Frühstück mit 'nem XXL-Handtuch reservieren zu müssen - genau das hat für mich persönlich eher weniger mit einem entspannten und individuellen Urlaub zu tun.

Das spontane Angebot meines Freundes Max , ihn für einige Tage zu einem Roadtrip nach Portugal zu begleiten, schien mir daher als das perfekte Sommerabenteuer. Mit dem Motto der Reise: "Der Plan ist, es gibt keinen Plan!", konnte ich mich sofort identifizieren. Abgesehen davon erhoffte ich mir natürlich, das ein oder andere gute Foto machen zu können!  ;-)

Mit unserem mega coolen "Hymer", ein ziemlicher oldschool Campingwagen mit jeder Menge Charme, fuhren wir vornehmlich die Westküste von Sagres nach Lissabon hinauf und wieder zurück.

 

Den Camper hatte Max bereits vor Reisantritt über funvanportugal für einen vergleichsweise guten Preis von 69€/Tag gebucht. Die super freundliche Jessie und ihre Mum gaben uns neben Surfequipment und Schlafzeug, eine ganze Reihe  sehr hilfreicher Tipps mit auf den Weg. So vermieden wir zum Beispiel das Befahren der kostenpflichtigen Autobahn und fuhren stets auf der parallel verlaufenden Landstraße. Dies brachte neben ein wenig Geldersparnis, viel intensivere und schönere Einblicke in das Hinterland Portugals.

 

Die Möglichkeit, den Camper an fast jedem beliebigem Spot abzustellen und dabei oft ganz allein inmitten schönster Landschaft zu sein, war ein Gefühl absoluter Freiheit. 

Insgesamt stellten wir fest, dass bekannte Situationen von Tourismus auf einem solchen Roadtrip nicht im Ansatz aufkommt. Dafür ist die Westküste Portugals mit all seinen traumhaften Buchten, rauen Küsten, tosenden Wellen und wenigen Menschen Anfang Juni wirklich bestens geeignet. Läuft einem inmitten der Natur dann doch eine Person über den Weg, dann trifft man fast ausschließlich entspannte  Camper, Backpacker, Surflehrer oder auch den ein oder anderen Fotografen.

So lernten wir an einem Morgen eher zufällig die nette Fotografin Diana von TriTri Photography kennen. Kurzerhand leistete sie uns für ein paar Stunden Gesellschaft und schoss ein paar Fotos von uns! Danke Diana! ;-)

 

An den meisten Tagen ließen wir  uns oft einfach nur treiben, hielten hier und da, surften (traue mich eigentlich kaum es so zu nennen), tranken viele Flaschen Sagres-Mini, grillten frischen Fisch und philosophierten über das Leben. Als uns nach ein paar Tagen Joshua, ein guter Freund von Max und gebürtiger Portugiese,  ziemlich spontan besuchte und für 2 Tage begleitete, hatten wir einen absoluten Insider an Board. Zusammen genossen wir an seinem Lieblingsstrand, dem Amado-Beach, einen unfassbaren Sonnenuntergang. Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam nach Lissabon. Mitten im Zentrum stellten wir, entgegen aller Empfehlungen, unseren Camper ab. Kurze Wege nach einer voraussichtlich kurzen Nacht waren uns wichtig! ;-) Allerdings sicherten wir all unsere Wertsachen in einem Bahnhofsschließfach, die Horror-Geschichten über die hohe Kriminalität ließen uns dann doch etwas vorsichtig sein. Lissabon ist in jedem Fall eine super eindrucksvolle und vor allem bunte Stadt, die dazu mit einer guten Kneipenszene glänzen kann. Den zu später Stunde besuchten Club "Lux" empfanden wir als durchaus "ok", aber auch nicht mehr. Das Publikum war für unseren Geschmack zu breit gefächert. Aber sowohl die chillige Dachterrasse, als auch die ziemlich gute Mucke im Kellerfloor bleiben uns im Gedächtnis.

 

Am nächsten Tag ging es ein wenig verkatert zurück in Richtung Faro. Auf dem Rückweg entdeckten wir zufällig einen Zigeunermarkt, welcher fast ausschließlich von Portugiesen besucht wurde.  Alles in allem war es eine traumhafte Zeit in Portugal. Leider war meine Zeit begrenzt und konnte nicht annähernd meinen Hunger nach Fotos stillen, aber es war ein Anfang! 

 

Ich komme definitiv wieder und bleibe länger! Danke an Max und Joshua

 

Equipment: Canon 6D, Sigma Art 35mm 1.4, Canon 85mm 1.2

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Kommentare: 2
  • #1

    Flo Feg (Mittwoch, 27 Juli 2016 09:26)

    Eine echt starke/interessante Strecke , die genau meinen (Wunsch)-Lifestyle trifft. Sieht so aus als hattest du eine coole Zeit. ;) Welches Setting (Cam/Lens) hattest dabei? 5D mit 35mm 1,4? Der Look gefällt mir sehr gut. Gruß Flo

  • #2

    Tino (Mittwoch, 27 Juli 2016 16:49)

    Danke Flo, ja es war in der Tat de absolute Hammer! Ich hatte die 6D und das 35mm 1,4 Sigma/Art und das 85mm 1,2 von Canon dabei. Wobei ich Letzteres aufgrund seines argen Gewichts meist im Camper gelassen habe...allerdings mit großen Ängsten verbunden! ;-)